RÜCKBLICK: DISKURSFOREN (SOLO-)SELBSTSTÄNDIGKEIT

In fünf Diskursforen stieß KREATIVES SACHSEN gemeinsam mit dem Sächsischen Wirtschafts- und Arbeitsminister Martin Dulig erstmalig einen direkten Dialog mit solo-selbstständig wirtschaftenden Kultur- und Kreativschaffenden und Akteur:innenvertretungen aus den einzelnen Teilbranchen über die Veränderung ihrer Arbeitswelt in den vergangenen zwei Jahren – verändert durch die Pandemie – an.

Schwerpunkte in allen Diskussionen waren die soziale Absicherung, faire Vergütung und gesellschaftliche Anerkennung kreativer Arbeit sowie das Thema Elternschaft. Die Podien waren divers mit Akteur:innen und Expert:innen aus der Kultur- und Kreativwirtschaft besetzt, ein wiederkehrender Gast war der Sächsische Wirtschafts- und Arbeitsminister Martin Dulig. Er kam relativ schnell zum Fazit, dass die genannten Schwerpunktthemen für eine bessere Ausgestaltung der Arbeitswelten in der Kultur- und Kreativwirtschaft ins politische Portfolio gehören.

“Es ist immer ein Risiko, in eine Solo-Selbstständigkeit zu gehen. Eine Frage muss aber geklärt sein: Habe ich alle Optionen, um die notwendigen Sicherungssysteme zu nutzen?”. Das bezieht sich beispielsweise auf Situationen, in denen ein Kind auf die Welt kommt, eine Krankheit eintritt oder Care-Arbeit bei einem Angehörigen geleistet werden muss. Außerdem spielt der Faktor Wert der kreativen Arbeit eine große Rolle. Hierfür sollten Curricula der künstlerischen Ausbildungsberufe unbedingt um die Vermittlung von betriebswirtschaftlichen Kenntnissen erweitert werden. 

SOLO-SELBSTSTÄNDIGKEIT IN DER KULTUR- UND KREATIVWIRTSCHAFT

Die Kultur- und Kreativwirtschaft steht beispielhaft für einen Bereich, in dem ein Großteil der Erwerbstätigen selbstständig seinen Lebensunterhalt erwirtschaftet. Schon heute werden dort Arbeits- und Lebensmodelle erprobt, die einen möglichen Blick auf die Arbeitsmodelle der Zukunft werfen, ob beim Co-Working, im Homeoffice oder als digitale Nomaden. Umgekehrt zeigen sich in der Branche seit jeher aber auch die negativen Seiten selbstständiger Arbeit. Fehlende soziale Absicherung, der beschränkte Zugang zu Arbeitslosenversicherung und Altersvorsorge gehören ebenso zur Realität wie die Umgehung des Mindestlohns durch Werkverträge oder die Abhängigkeit von einzelnen Auftraggeber:innen. Auch hier steht die Kultur- und Kreativwirtschaft modellhaft für einen Teil der selbstständigen Erwerbsbevölkerung.

Ein Angebot auf Initiative des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr zur Unterstützung der sozialen Absicherung Solo-Selbstständiger aus der Kultur- und Kreativwirtschaft in Sachsen.

2022-11-02T15:02:31+01:00
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