“Das hier ist nur ein Anfang, wenn wir uns zusammenschließen, ändert sich auch was.”

In fünf Diskursforen stößt KREATIVES SACHSEN gemeinsam mit dem Sächsischen Wirtschafts- und Arbeitsminister Martin Dulig erstmalig einen direkten Dialog mit solo-selbstständig wirtschaftenden Kultur- und Kreativschaffenden und Akteur:innenvertretungen aus den einzelnen Teilbranchen über die Veränderung ihrer Arbeitswelt in den vergangenen zwei Jahren – verändert durch die Pandemie – an.

Auch im zweiten Diskursforum am 13. April im West_2 in Plauen wurden die drei Kernthemen – Soziale Absicherung, Faire Vergütung und Gesellschaftliche Anerkennung soloselbstständiger Arbeit –  diskutiert. Im Podium, welches hier mit fünf Solo-Selbstständigen besetzt war, wurde durch einen Vertreter aus der Musikbranche, die es als Teilmarkt der Kultur- und Kreativwirtschaft in der Pandemie mit am stärksten getroffen hat, eindrucksvoll geschildert, wie es sich anfühlt, wenn von 0 auf 100 alles wegbricht: Aufträge, Planungssicherheit, Vergütung. Wenn in einer sowieso schon prekären Situation, die Rücklagen angegriffen werden müssen.

Auch die ländlichen, strukturschwachen Gebiete, fehlende Infrastruktur in der Mobilität, Wegzug der jungen Generationen und ein daraus resultierendes  Absterben von Kultur und Gemeinschaft im ländlichen Raum waren heiß diskutierte Themen: „Die Provinz ist ein schwieriges Fahrwasser.”

Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, Martin Dulig, der selbst in Plauen geboren wurde, nahm außerdem aus dem zweiten Diskursforum mit, dass das Thema Rente unter Soloselbstständigen in der Kultur- und Kreativwirtschaft oft wenig Beachtung findet, weil es schlichtweg nicht leistbar ist: „Altersvorsorge? Ich favorisiere an der Werkbank zu sterben.”

AUF DEM PODIUM DISKUTIERTEN: 

  • Christian Wenzel /// Musiker, DJ und Festivalveranstalter
  • Karen Schramke /// Freie Grafikdesignerin
  • Martin Dulig /// Sächsischer Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr
  • René Eckert /// Freier Fotograf und Filmemacher
  • Saruul Fischer /// Freie Modedesignerin
  • Torsten Preuß/// Selbstständiger Zupfinstrumentenmacher
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SOLO-SELBSTSTÄNDIGKEIT IN DER KULTUR- UND KREATIVWIRTSCHAFT

Die Kultur- und Kreativwirtschaft steht beispielhaft für einen Bereich, in dem ein Großteil der Erwerbstätigen selbstständig seinen Lebensunterhalt erwirtschaftet. Schon heute werden dort Arbeits- und Lebensmodelle erprobt, die einen möglichen Blick auf die Arbeitsmodelle der Zukunft werfen, ob beim Co-Working, im Homeoffice oder als digitale Nomaden. Umgekehrt zeigen sich in der Branche seit jeher aber auch die negativen Seiten selbstständiger Arbeit. Fehlende soziale Absicherung, der beschränkte Zugang zu Arbeitslosenversicherung und Altersvorsorge gehören ebenso zur Realität wie die Umgehung des Mindestlohns durch Werkverträge oder die Abhängigkeit von einzelnen Auftraggeber:innen. Auch hier steht die Kultur- und Kreativwirtschaft modellhaft für einen Teil der selbstständigen Erwerbsbevölkerung.

Ein Angebot auf Initiative des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr zur Unterstützung der sozialen Absicherung Solo-Selbstständiger aus der Kultur- und Kreativwirtschaft in Sachsen.