Am 10. Juni war KREATIVES SACHSEN im Rahmen der Open – Design Week Frankfurt RheinMain zu Gast im CAMERA in Frankfurt am Main. Das Gebäude, ein ehemaliges Stadtteilkino, beherbergt heute die Agentur Script Communications, die im Bereich Kommunikationsberatung für Transformationsprozesse tätig ist – thematisch eine passende Kulisse für den Abend.
Gemeinsam mit dem Sächsischen Staatspreis für Design im Auftrag des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz brachten wir sächsische Design-Praxis auf die Frankfurter Bühne – mit Ausstellung, Panel Talk und Netzwerkabend mit 35 Gästen, darunter auch sieben weitere Designer:innen aus Sachsen , die wir über eine Open Call auch nach Frankfurt einladen konnten, um die Bandbreite sächsischen Designs sichtbar zu machen.
Bei kurzen Interviews in der Ausstellung gaben Elisabeth Haufe (Silicon Saxony, Projektleitung Sächsischer Staatspreis für Design) und Pia Reichel (Jurorin beim Sächsischen Staatspreis für Design 2025, Vorstand Kreatives Erzgebirge) Einblicke in die Historie des Preises und einen Blick hinter die Kulissen des Bewertungsprozesses – von der Bandbreite der Einreichungen bis zur Frage, was den Ausschlag für die Preisträger:innen gegeben hat. Stephan Ott, Leiter des Institutes for Design Research and Appliance beim Rat für Formgebung und ebenfalls Juror bei der letzten Ausgabe des Sächsischen Staatspreises für Design plädierte für weniger Standortvergleich zwischen der sächsischen Design-Szene und etablierten Standorten wie Hessen und eine stärkere Zusammenarbeit und Vernetzung der Designpreise im deutschsprachigen Raum.
Fotos: Anne Hasselbach
Im Zentrum des Abends standen vier Preisträger:innen des Sächsischen Staatspreises für Design 2025 – und ihre unterschiedlichen Wege vom ersten Entwurf zum wirtschaftlichen Erfolg: Stephanie Röthlingshöfer (PI ROPE) erzählte, wie aus einem Forschungsprojekt an der TU Chemnitz 2013 bis 2018 eine eigene Manufaktur für textile High-End-Fahrradspeichen wurde. Marek Holovac (INNOMADE TK100), Industriedesigner an der Professur Technisches Design der TU Dresden, zeigte anhand der Zusammenarbeit mit der Eidam Agrarsystem GmbH, wie Universität und Unternehmen gemeinsam von der Forschung zur Anwendung kommen. Jessica Haustein (unimory) machte die Wertschöpfungskette ihres Start-ups für barrierearme Spiele, die komplett in Deutschland angesiedelt ist, sichtbar – und zeigte, wie Design und gesellschaftliche Relevanz zusammengehen.Marco Zichner (neongrau) sprach offen darüber, wie man KI-Lösungen an einen so konservativen Markt wie die Medizin verkauft – und wie Design dabei zum entscheidenden Vertrauensfaktor wird.
Im gemeinsamen Gespräch wurde herausgearbeitet, welche Rahmenbedingungen Design im Freistaat zukünftig braucht, um wirtschaftlich zu wirken. Diskutiert wurde außerdem, welche Sichtbarkeit und Reichweite Designpreise der Branche verschaffen, und wie Design als Wertschöpfungsfaktor in cross-sektoralen Kooperationen und Innovationsprozessen wirksam wird.
Bei der begleitenden Ausstellung des Staatspreises 2025 und beim anschließenden Netzwerkabend war dann Raum für den informellen Austausch zwischen sächsischen Gestalter:innen und der Frankfurter Kreativ- und Wirtschaftsszene – für neue Kontakte und einen Perspektivwechsel in beide Richtungen.
Eine Veranstaltung von KREATIVES SACHSEN im Rahmen der World Design Capital 2026, gefördert durch das Land Hessen, die Stadt Frankfurt am Main und den Kulturfonds Frankfurt RheinMain.
















